Ein junger Mann spielt die Ziach und hat dabei die Augen geschlossen, er trägt einen dunklen Trachtenhut. Im Vordergrund spielt eine junge Frau die Tuba.

Musizieren

Das Musizieren gehört zu den bekanntesten volkskulturellen Formen. Die Volksmusik in ihren vielfältigen und regionalen Ausprägungen schafft auf ganz unterschiedliche Weise Identität. Grundlegend ist die praktische Anwendung und Umsetzung überlieferter Musikkulturen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Überlieferung originär bairisch ist, oder sich aus anderen Wurzeln speist. Die Verbindung von musikalischer Tradition mit aktuellen Einflüssen und Lebenssituationen schafft dynamische und kreative Prozesse. Laien wie Profis interpretieren die Musik auf ihre individuelle Weise. Sie experimentieren genreübergreifend, bedienen sich unterschiedlicher Stilelemente und formen draus neue Ideen. Damit findet Volksmusik einen festen Platz in der Alltagskultur – als Gebrauchsmusik von Menschen für Menschen gemacht.

- Das Hackbrett als typisches Saiteninstrument der Volksmusik wird mit zwei Holzschlägern gespielt.

Münchner Hoagartn

Der Münchner Hoagartn ist ein regelmäßiges, offenes Treffen von Musik- und Gesangsgruppen aus München und dessen Umland. Egal ob Laien oder Profis, alle spielen und singen ohne ein vorher festgelegtes Programm spontan und mitten im Publikum.

Erfahrene Musiker*innen koordinieren den Abend und moderieren zwischen den einzelnen Beiträgen. Der Eintritt ist frei. Für Speis’ und Trank der Sänger*innen und Musikant*innen geht ein Spendenkörbchen durch die Reihen.
Alle, die den Münchner Hoagartn aktiv mitgestalten möchten, erreichen uns mit einer E-Mail an volkskultur@muenchen.de.

Wissenswertes zum Hoagartn

Der Begriff Hoagartn (Heimgarten) bezeichnet ursprünglich das gemütliche Beisammensein mit Nachbarn oder Freunden zum gemeinsamen Ratschen, Erzählen, Singen und Musizieren. Mit der Zeit hat sich der Hoagartn als typisches Format eines geselligen Sänger- und Musikantentreffens im Wirtshaus etabliert. Besonders reizvoll ist das unmittelbare Aufeinandertreffen von Akteur*innen und Zuhörer*innen ohne technische Verstärkung und ohne Konzertbühne.

Der Münchner Hoagartn gehört seit 1981 zum festen Programmbestandteil des Kulturreferats. Er findet mehrmals im Jahr in unterschiedlichen Wirtshäusern im Stadtgebiet statt.

- Eine Geigerin und ein Geiger spielen gemeinsam in einem Wirtshaus.

Making Musi

Making Musi begreift sich als interkulturelles Musikprojekt und steht für eine Weiterentwicklung des Münchner Hoagartn. Im Mittelpunkt steht das spontane Musizieren in lockerer Atmosphäre ohne festgelegtes Programm, ohne Bühne und Technik, direkt im Publikum. Making Musi bietet ein Forum für Musiker*innen aus aller Welt und ihre musikalischen Schätze.

Es verbindet Musikgenres und Instrumente unterschiedlicher Kulturen mit der bairischen Musikszene.
Eingeladen sind Sänger*innen und Musikant*innen verschiedener Nationalitäten, egal ob in München geboren, aufgewachsen, zugezogen oder auf der Durchreise. Der Eintritt ist frei! Für Speis’ und Trank der Mitwirkenden macht ein Spendenhut die Runde.
An der Mitgestaltung interessierte Leute können uns gerne unter der E-Mail-Adresse makingmusi@muenchen.de kontaktieren.

Wissenswertes zu Making Musi

Making Musi ist 2009 im Rahmen des EU-Projektes „MELT – Migration in Europe and Local Tradition“ entstanden. Musiker*innen aus Birmingham, Genua, Istanbul, Wien und Schäßburg/Sighișoara lernten während ihres Aufenthalts in München die landestypischen Instrumente und Spielweisen der anderen Musikkulturen kennen. Verbunden mit der bairischen Musizierpraxis präsentierten die Musikant*innen ihre Ergebnisse auf verschiedenen Making Musi-Hoagartn. Dabei entstanden im spontanen Zusammenspiel neue Klangwelten, die das Potenzial von Musik als interkulturelle Botschafterin deutlich machte.