Kocherlball am Chinesischen Turm

Im Vordergrund tanzen die Tanzmeisterin Katharina Mayer und der Tanzmeister Magnus Kaindl auf einer Bühne miteinander, beide tragen Tracht. Im Hintergrund tanzt eine große Menge Menschen mit.

Foto: Tjark Lienke

Am dritten Sonntag im Juli von 6 bis 10 Uhr

Immer am dritten Sonntag im Juli lädt der Biergarten am Chinesischen Turm zum Kocherlball im Englischen Garten ein.

Unter der Anleitung von Tanzmeisterin Katharina Mayer und der Musik von zwei Tanzkapellen erleben die Besucher*innen in diesen außergewöhnlichen Tanzgenuss. Ein besonderes Highlight ist die „Münchner Francaise“, ein ursprünglich höfischer Tanz, der auf eine über 150-jährige Tradition zurückblicken kann.

Wer vor dem Kocherlball gerne noch ein paar Tanzschritte lernen oder auffrischen möchte ist eingeladen zu den kostenlosen Tanzworkshops. Auch für die „Münchner Française“ gibt es kostenlose Kursangebote.

Impressionen vom Kocherlball

Wissenswertes zum Kocherlball

Bereits seit 1790 steht im Englischen Garten eine Aussichts- und Musikpagode im chinesischen Baustil. Dort gab es von Anfang an auch eine öffentliche Tanzfläche, die in der Sommerzeit zahlreiche Bürger*innen anzog. Zu einer Besonderheit entwickelten sich die so genannten Morgentänzchen. Denn gerade Menschen aus den niederen Ständen trafen sich vor ihrem Dienstantritt am frühen Sonntagmorgen zwischen 5 und 8 Uhr zum Tanz. Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern während der Freiluftsaison regelmäßig.
Dienst- und Kindermädchen, Knechte, Soldaten und vor allem Köch*innen prägten schließlich die Bezeichnung Kocherlball. Zeitungsberichten zufolge gerieten dabei die Vergnügungen immer wieder außer Kontrolle. 1904 führten wiederholte „Keilereien“ zu einem generellen Verbot der Morgentänzchen.

Zum 200-jährigen Jubiläum des Englischen Gartens 1989 erlebte die Idee des morgendlichen Tanzvergnügens eine Wiedergeburt. Seitdem veranstaltet die Haberl Gastronomie als Betreiberin des Biergartens am Chinesischen Turm einmal jährlich dieses außergewöhnliche Ereignis. Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München unterstützt dabei programmatisch.