- Mitten auf einer vollen Tanzfläche führt ein Tänzer in Tracht seine Partnerin um sich herum.

Bairisch tanzen

In lockerer Atmosphäre zeigen unsere erfahrenen Tanzvermittler*innen wie vielfältig die bairische Tanzkultur ist. Von Tanzkursen für Einsteiger*innen, über traditionell städtische Tänze wie die „Münchner Francaise“ bis zum „Zwiefache tanzen“ gibt es vieles zu entdecken und erleben!

Mitmachen

  • Zwiefache tanzen

    mit Katharina Mayer

    12 OKT

    12. Oktober 2022

    Mittwoch

    19.30 – 21.00 Uhr

    Hofbräuhaus München

    (Festsaal, 2. Stock), Platzl 9

  • Münchner Tanzboden

    mit Katharina Mayer, Niederbayerischer Musikantenstammtisch

    14 OKT

    14. Oktober 2022

    Freitag

    19.30 – 23.00 Uhr

    Hofbräuhaus München

    (2. Stock/Festsaal) Platzl 9

  • Zwiefache tanzen

    mit Katharina Mayer

    19 OKT

    19. Oktober 2022

    Mittwoch

    19.30 – 21.00 Uhr

    Hofbräuhaus München

    (Festsaal, 2. Stock), Platzl 9

  • Zwiefache tanzen

    mit Katharina Mayer

    26 OKT

    26. Oktober 2022

    Mittwoch

    19.30 – 21.00 Uhr

    Hofbräuhaus München

    (Festsaal, 2. Stock), Platzl 9

Ein Raum voller tanzender Menschen, sie heben die Arme zu Tanzfiguren und lachen.

Tanzkurse für Einsteiger*innen

Noch keine oder wenige Erfahrungen im Bairisch Tanzen? Wir bieten regelmäßig vor dem Kocherlball im Juli und dem Münchner Kathreintanz im November kostenlose Tanzkurse für Einsteiger*innen an.

Die Tanzmeister Katharina Mayer und Magnus Kaindl zeigen Grundschritte und einfache Tanzfiguren vor und animieren direkt zum Mittanzen. Mitmachen können alle, auch ohne Tanzvorkenntnisse und ohne feste*n Tanzpartner*in. Singletänzer*innen finden sich vor Ort spontan zu Tanzpaaren zusammen. Die einzelnen Kurse bauen nicht aufeinander auf, der Einstieg ist jederzeit möglich. Wer kommt, tanzt mit, egal ob in Jeans oder Tracht. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Im Vordergrund tanzen die Tanzmeisterin Katharina Mayer und der Tanzmeister Magnus Kaindl auf einer Bühne miteinander, beide tragen Tracht. Im Hintergrund tanzt eine große Menge Menschen mit.

Kocherlball

Der Kocherlball im Englischen Garten gehört zu den größten traditionellen Tanzveranstaltungen im deutschsprachigen Raum, die unter freiem Himmel stattfinden. Immer am dritten Sonntag im Juli strömen tausende Tanzlustige bereits um 6 Uhr zum Chinesischen Turm, um gemeinsam in den Morgen zu tanzen.

Unter der Anleitung von Tanzmeisterin Katharina Mayer und der Musik von zwei Tanzkapellen erleben die Besucher*innen in diesen außergewöhnlichen Tanzgenuss. Ein besonderes Highlight ist die „Münchner Francaise“, ein ursprünglich höfischer Tanz, der auf eine über 150-jährige Tradition zurückblicken kann.

Im Vorfeld des Kocherlballs bieten wir kostenlose Tanzkurse für Einsteiger*innen und Tanzkurse für die „Münchner Fancaise“ an. Auch ohne Vorkenntnisse steht der Kocherlball bei freiem Eintritt allen Interessierten offen.

Wissenswertes zum Kocherlball

Bereits seit 1790 steht im Englischen Garten eine Aussichts- und Musikpagode im chinesischen Baustil. Dort gab es von Anfang an auch eine öffentliche Tanzfläche, die in der Sommerzeit zahlreiche Bürger*innen anzog. Zu einer Besonderheit entwickelten sich die so genannten Morgentänzchen. Denn gerade Menschen aus den niederen Ständen trafen sich vor ihrem Dienstantritt am frühen Sonntagmorgen zwischen 5 und 8 Uhr zum Tanz. Und das nicht nur einmal im Jahr, sondern während der Freiluftsaison regelmäßig.
Dienst- und Kindermädchen, Knechte, Soldaten und vor allem Köch*innen prägten schließlich die Bezeichnung Kocherlball. Zeitungsberichten zufolge gerieten dabei die Vergnügungen immer wieder außer Kontrolle. 1904 führten wiederholte „Keilereien“ zu einem generellen Verbot der Morgentänzchen.

Zum 200-jährigen Jubiläum des Englischen Gartens 1989 erlebte die Idee des morgendlichen Tanzvergnügens eine Wiedergeburt. Seitdem veranstaltet die Haberl Gastronomie als Betreiberin des Biergartens am Chinesischen Turm einmal jährlich dieses außergewöhnliche Ereignis. Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München unterstützt dabei programmatisch.

Weitere Infos unter www.kocherlball.de

- Zahlreiche lachende Tanzpaare in Freizeitkleidung unterschiedlichen Alters tanzen in einem Saal zu Blasmusik.

Münchner Kathreintanz

Der Münchner Kathreintanz gehört zu den alljährlichen Höhepunkten beim Bairisch Tanzen. Er findet traditionell am letzten Samstag vor der Adventszeit im Hofbräuhaus München statt.

Dazu leiten Tanzmeister*innen verschiedene Tänze zum Mitmachen an, darunter die beliebte „Münchner Francaise“. Vorkenntnisse im Bairisch Tanzen sind nicht notwendig. Für alle, die vorab üben möchten, bieten wir im Vorfeld kostenlose Tanzkurse für Einsteiger*innen an.

Wissenswertes zum Kathreintanz

Der Kathreintanz ist der Jahresabschluss der traditionellen Tanzsaison. Im Volksmund heißt es „Kathrein stellt den Tanz ein“. Nach dem Namenstag der heiligen Katharina von Alexandrien am 25. November beginnt im christlichen Jahreslauf die Adventszeit. Ursprünglich ist sie eine Fastenzeit. Öffentliche Vergnügungen, das Tanzen eingeschlossen, waren nicht gestattet. „Bass und Geigen“ blieben bis Weihnachten eingesperrt. In Regionen mit lebendiger Volkstanztradition ist dieser Brauch bis heute erhalten.

In Kooperation mit dem Hofbräuhaus München www.hofbraeuhaus.de

Zwei paar Füße, die miteinander tanzen in Trachtenschuhen.

Münchner Tanzboden

Auf geht´s zum Bairisch Tanzen! Der Münchner Tanzboden bietet ein abendfüllendes Tanzvergnügen mit angeleiteten Tänzen und Live-Musik. Unsere Tanzmeister*innen und Tanzkapellen zeigen und spielen ihre Lieblingstänze. Hinzu kommen die klassischen bairischen Rundtänze wie Walzer, Polka, Dreher und Zwiefache.

Wer möchte, hat in den Tanzpausen Gelegenheit sich bei guten Gesprächen, Essen und Trinken für die nächsten Tanzrunden zu stärken. Es sind keine tänzerischen Vorkenntnisse notwendig. Tanzpartner*innen finden sich ganz einfach vor Ort. Eine Kleiderordnung gibt es nicht. Ob in Freizeitkleidung oder Dirndl und Lederhosen: Alle sind herzlich willkommen!

In Kooperation mit dem Hofbräuhaus München www.hofbraeuhaus.de

Im schönen Saal des Rathauses tanzen viele Menschen miteinander, in der Mitte ein junges Paar, sie im blauen Kleid und er in Lederhosn.

Tanzkurse „Münchner Francaise“

Die „Münchner Francaise“ ist wohl eine der bekanntesten historischen Tanzformen in München. Häufig ist sie tänzerischer Höhepunkt der Münchner Ballsaison und von Volkstanzveranstaltungen. Es handelt sich um einen fünfteiligen Tanz, der um 1860 erstmalig erwähnt wird.

Die einzelnen Tanzpaare stehen sich in langen Reihen gegenüber und tanzen miteinander verschiedene Figuren. Ganz im Stil der damaligen Zeit gibt bis heute ein*e Tanzmeister*in die Kommandos zu den einzelnen Figuren. Dazu erklingt mit der „Fledermaus-Quadrille“ von Johann Strauß Sohn die wunderbar schwungvolle Operetten- und Ballmusik des 19. Jahrhunderts.

Zugegeben, die fünf Touren der „Münchner Francaise“ sind ohne Vorkenntnisse durchaus eine Herausforderung. Deshalb bieten wir kostenlose Tanzkurse an,  zum Beispiel vor dem Kocherlball oder am Münchner Stadtgeburtstag. Für die Teilnahme sind keine Tanzvorkenntnisse notwendig. Singletänzer*innen können sich vor Ort spontan zu Tanzpaaren zusammenfinden. Das Angebot ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Wissenswertes zur „Münchner Francaise“

Die „Münchner Francaise“ hat ihre Ursprünge in höfischen Kontratänzen. Diese haben sich im 18. und 19. Jahrhundert von Frankreich ausgehend über ganz Europa verbreitet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die so genannte Quadrille ein angesagter Modetanz. Die „Münchner Francaise“ ist eine dieser zahlreichen Quadrille-Formen. Die Quadrille ist zugleich eine musikalische Gattung dieser Zeit. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung beliebter und bekannter Melodien zum Beispiel aus Operetten. Die „Fledermaus-Quadrille“ von Johann Strauß Sohn ist ein solches Potpourri aus seiner gleichnamigen Operette „Die Fledermaus“.

Die Bezeichnung „Francaise“ leitet sich vermutlich von der um 1860 beliebten Tanzform „Polka francaise“ ab. In diesem Zeitraum fällt auch die erstmalige Nennung der „Münchner Francaise“. Erste verlässliche Aufzeichnungen zur Tanzabfolge lassen sich im Jahr 1882 fassen. Wann die „Fledermaus-Quadrille“ zur Erkennungsmelodie der „Münchner Francaise“ wurde, ist nicht bekannt.

Bekannt ist aber, dass sie sich als beliebter Modetanz über die Grenzen Münchens verbreitete und sich weiterentwickelte. Die Tanzforschung zählt heute alleine in Bayern circa 50 verschiedene Tanz- und Melodievarianten. Selbst in den damaligen Vorstädten von München kam es zu Veränderungen und Vereinfachungen. Der gehobene Tanzstil der bürgerlichen Gesellschaft war zum Beispiel im Arbeiterort Giesing offensichtlich nicht jedermanns Sache. Aus „die Francaise“ wurde „der Fraßäh“ mit rustikal anmutenden Tanzelementen. Egal ob „Francaise“ oder „Fraßäh“, in München hat sich diese historische Tanzform auch dank der intensiven Vermittlung in Tanzschulen bis in die Gegenwart erhalten. Die „Münchner Francaise“ ist zeitlos jung eine Quelle tänzerischer Lust geblieben.

Im Vordergrund die Tanzmeisterin Katharina Mayer im rosa Dirndl. Sie bewegt sich mit gehobenen Armen zur Musik. Hinter ihr viele weitere Menschen, die ausgelassen tanzen.

Zwiefache tanzen

Typisch für die Zwiefachen ist ein Rhythmuswechsel innerhalb der Melodie. Meist wechseln sich Walzerschritte im Dreivierteltakt mit Dreherschritten im Zweivierteltakt ab. Diese Taktänderungen treten je nach Musikstück in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen auf. Die Kunst beim Zwiefache tanzen ist es, diese Schrittwechsel heraus zu hören und direkt umzusetzen.

Hierfür bieten wir mit unserer Zwiefachen-Expertin Katharina Mayer Tanzkurse an. Angefangen mit einfachen Taktwechseln steigert sie das Programm bis zu rhythmisch anspruchsvollen Melodien. Mitmachen können alle, die Walzer- und Dreherschritte beherrschen. Kenntnisse im Zwiefache tanzen selbst sind nicht notwendig.

Wissenswertes zu den Zwiefachen

Der Zwiefache ist eine Musikgattung, die früher hauptsächlich von Böhmen über die Mitte Bayerns bis in den Schwarzwald verbreitet war. Heute definiert sich der Zwiefache über sich wiederholende Taktwechsel innerhalb eines Musikstücks. Das war aber nicht immer so. Im 18. Jahrhundert bedeutete „zwyfach“ tanzen zunächst einfach gemeinsames Tanzen als Paar. Auch im Bayerischen Wörterbuch von 1837 findet sich noch diese Definition.

Der älteste musikalische Beleg für einen taktwechselnden Tanz in Bayern stammt aus einer  Musikhandschrift von 1740 aus Amberg in der Oberpfalz. Je nach Region sind unterschiedliche Bezeichnungen überliefert. In Böhmen heißen Zwiefache „Bavorák“, in der Oberpfalz übersetzt dazu „Bairische“. Weitere Namen sind „Schweinauer“ im Ries und Mittelfranken, „Schleifer“ in Nordschwaben oder auch „Heuberger“ im Schwarzwald.

Der Begriff Zwiefacher hat sich ab Beginn des 20. Jahrhunderts etabliert und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg flächendeckend durchgesetzt. Der Reiz, die unzähligen Melodien zu spielen, zu tanzen und zu singen, ist bis heute ungebrochen. Seit 2016 gehört der Zwiefache zum Immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO.